In den Verhandlungen zum Bundeshaushalt 2017 habe ich mich für drei Projekte stark gemacht, die auf ganz unterschiedliche Art für den Schutz von Schwächeren einstehen – mit Erfolg:

500.000 € für die Online-Beratung gewaltlos.de
400.000 € für das Suizid-Präventionsprojekt U25
800.000 € für eine Kampagne gegen häusliche Gewalt an Kindern

Mehr Infos zu den einzelnen Projekten:

gewaltlos.de

Mädchen und Frauen machen Gewalterfahrungen überwiegend im häuslichen Bereich. Auch vom Phänomen Stalking sind immer mehr Mädchen und Frauen betroffen. Die Zahl derer, die sich an die Polizei oder Beratungsstellen wenden, ist vergleichsweise gering. Bei gewaltlos.de erhalten Mädchen und Frauen, die von häuslicher Gewalt oder Stalking betroffen sind, Bera-tung und Hilfe in Krisensituationen. Die Beratung findet ausschließlich im Internet statt. Zentrales Medium ist ein Chat, der rund um die Uhr geöffnet ist. Die konkrete Beratung findet in öffentlich nicht zugänglichen Einzelchats statt. Sie kann auch in englischer oder türkischer Sprache erfolgen. Darüber hinaus werden Fragen und Themen in einem Forum besprochen. Seit 2005 haben den Chat etwa 14.000 Frauen und Mädchen besucht. Seit 2014 die Beratung auch auf Türkisch angeboten wird, sind die Besuchszahlen stark gestiegen. Die betroffenen Frauen dürfen anonym bleiben, eine wichtige Voraussetzung damit sie überhaupt Vertrauen finden und sich öffnen. Gerade traumatisierte Menschen suchen unterschiedliche Zugangswege zum Hilfesystem. Eine konstante, prozesshafte Beratung für diese Klientel trägt entscheidend dazu bei, einen wirklichen Erfolg auf dem Weg der Genese zu erfüllen. Weitere Informationen: www.gewaltlos.de

U25 – Onlineberatung für suizidgefährdete Jugendliche

Alle fünf Minuten versucht ein Mensch in Deutschland, sich das Leben zu nehmen. Dies ist ein Durchschnittswert, bei Personen unter 25 Jahren ist die Quote noch höher. Viele dieser jungen Menschen wollen nur mit ihren Problemen gehört werden. Da die Schwelle, sich zum Beispiel in einer Beratungsstelle um Hilfe zu bemühen, für die Betroffenen häufig viel zu hoch ist, kann das Internet ein geeigneter Raum sein, um suizidgefährdeten Menschen nötige Hilfe zukommen zu lassen. Im Rahmen des Projekts „U25 Online-Suizidprävention“ werden junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren zu Krisenberatern ausgebildet, die dann über Email-Beratung anderen jungen Menschen zur Seite stehen. Diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschäftigen hier ehrenamtlich mit dem schweren Thema Suizid. Das Projekt sorgt dafür, dass über dieses Tabu gesprochen wird und Betroffene Ansprechpartner finden. Ich bin der Ansicht, dass „U25 On-line Suizidprävention“ Leuchtturmqualitäten hat. Das Projekt hat im Jahr 2001 sehr klein angefangen und konnte 2013 vergrößert werden. Seitdem werden etwa 900 Jugendliche und junge Erwachsene im Jahr beraten. Die Zahlen steigen stetig an. Weitere Informationen: www.u25-deutschland.de

Kampagne gegen häusliche Gewalt an Kindern

Gewalt gegen Kinder ist in Deutschland noch immer trauriger Alltag. Auch wenn die Zahlen schwanken wird als Richtwert angenommen: Durchschnittlich kämen jede Woche drei Kinder durch Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung oder Körperverletzung mit Todesfolge in den eigenen vier Wänden ums Leben. Hinzu kommen viele durch Misshandlungen verletzte Kinder. In diesem Bereich müssen wir mit einer hohen Dunkelziffer rechnen. Ursache ist oft eine Überforderung der Eltern mit der häuslichen Situation, die sich dann in Gewalt niederschlägt. Hinzu kommt, dass manche Eltern in der Stresssituation die Folgen ihrer Taten für das Kind nicht richtig einzuschätzen vermögen. Experten berichten dies unter anderem hinsichtlich des „Babyschüttelns“. Die Eltern schätzen falsch ein, welche schwerwiegenden Schädigungen ihr Kind davontragen kann. Das Familienministerium sollte daher eine Kampagne gegen häusliche Gewalt an Kindern unterstützen. Diese dient sowohl der Aufklärung als auch der Abschreckung. Über eine solche flächendeckende Kampagne kann auch auf örtliche Unterstützungsangebote und Hilfsprojekte hingewiesen werden. Auch sensibilisiert sie für die Problematik und verleitet möglicherweise Eltern dazu, sich rechtzeitig Hilfe zu holen, sensibilisiert aber auch Nachbarn und Verwandte, Krisensituationen besser zu erkennen und womöglich einschreiten zu können. Über Plakate im öffentlichen Raum sowie Spots in den klassischen Medien oder online können möglichst viele Zielgruppen erreicht werden.